Mit der Bewerbung für ein Praktikum liefert der Bewerber einen ersten Eindruck von sich und seinem Können, eine erste Arbeitsprobe sozusagen. Die Kontaktaufnahme muss nicht unbedingt auf dem schriftlichen Weg erfolgen, es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten, sich dem Unternehmen zu präsentieren, jedes mit individuellen Vor- und Nachteilen.
Um eine schriftliche Bewerbung kommt man trotz diverser alternativer Bewerbungsformen oftmals nicht herum. Die Bewerbungsmappe sollte aussagekräftig sein und sich möglichst von den übrigen Bewerbungen positiv absetzen. Zu der "Grundausstattung" einer schriftlichen Bewerbung gehören neben dem Anschreiben ein Lebenslauf, das Bewerbungsfoto und Zeugnisse.
Bei der Bewerbung um einen Praktikumsplatz sollte man die gleichen formalen Rahmenbedingungen beachten wie bei der Bewerbung um einen Job. Viele weiterführende Informationen dazu finden sie auf:
www.stellenboersen.de/bewerbung/ und
www.stellenboersen.de/praktika/.
Schon in der fett geschriebenen Betreffzeile sollte man deutlich machen, dass es sich um eine Praktikumsbewerbung handelt. Am besten gibt man auch schon den gewünschten Bereich im Unternehmen und den Zeitraum des Praktikums an.
Das Anschreiben sollte in mehrere Blöcke gegliedert werden. Wichtige Elemente sind immer: Bezug zur Stelle, auf die man sich bewirbt, eine nachvollziehbare Begründung dafür, warum man das Praktikum machen möchte, der Zeitraum des Praktikums, Informationen über Ausbildungsstand und Persönlichkeit. Zeigen Sie, dass Sie sich vorab schon über das Unternehmen und den möglichen Praktikumsbereich informiert haben.
Die einzelnen Blöcke des Lebenslaufs sollten thematisch gegliedert werden, der Wichtigste möglichst weit vorne. Auf der linken Seite kann man eine Zeitleiste anlegen, die Zeitangaben am besten in Monat und Jahr. So kann der Verantwortliche sofort sehen, was Sie wann gemacht haben und wie Ihr Ausbildungsstand ist (Schulklasse bzw. Hochschulsemester).
Wichtige Elemente sind:
Dazu sollten natürlich noch die bisherigen Praktika, ehrenamtliche Tätigkeiten, Auslandsaufenthalte und besondere Kurse oder Aktivitäten aufgeführt werden, sofern diese relevant sind.
Auf den Lebenslauf gehört auch das Bewerbungsfoto. Wählen Sie die Kleidung passend zur Praktikumsstelle. Bei einer Bank sollte diese eher seriös sein, bei Kreativberufen oder Handwerksbetrieben reicht gepflegte Freizeitkleidung.
Vorteil: Geringe Hemmschwelle, mit den Unterlagen können viele Firmen angeschrieben werden.
Nachteil: Gefahr der Oberflächlichkeit und Verallgemeinerung des Anschreibens.
Tipp: Vorher persönlich oder telefonisch Kontakt aufnehmen.
Eine sehr beliebte Art der Bewerbung ist mittlerweile die Online-Bewerbung geworden. Dabei sind allerdings bestimmte Dinge zu beachten.
Die erste Frage ist natürlich: Akzeptiert die Firma überhaupt eine elektronische Bewerbung? Klären Sie daher vorher, welche Art der Bewerbung bevorzugt wird und halten Sie sich möglichst daran.
Das Anschreiben wird meist direkt als E-Mail verfasst, alle anderen Dokumenten werden als E-Mail-Anhang mitgeschickt. Senden sie auf keinen Fall eine Massenmail an mehrere Empfänger. Achten Sie auch darauf, ihre Mail nicht mir einer "Spaß-Adresse" zu versenden, besser ist es immer, Vor- und Nachname in der eigenen Mail-Adresse zu haben.
In der Betreffzeile sollten Sie absolut deutlich machen, worum es in der E-Mail geht, andernfalls landet diese im Papierkorb, bevor sie überhaupt geöffnet wird. Das Anschreiben kann im Grunde genau wie das einer schriftlichen Bewerbung formuliert werden. Weisen Sie auf Datei-Anhänge hin und setzen Sie ihre vollständigen Kontaktdaten mit in die Mail, am besten ans Ende - oder hängen Sie eine Signatur an.
Das Foto können Sie in den Lebenslauf einfügen oder als Extra-Datei anhängen.
Insgesamt sollte die Bewerbung nicht mehr als ein Megabyte groß sein. Zur Not müssen Sie auf einige Anhänge verzichten und erwähnen, dass diese nachgereicht werden können. Ein Lebenslauf muss aber auf jeden Fall mitgeschickt werden.
Vorteil: Geringe Kosten, Zeitersparnis
Nachteil: Wird ohne den richtigen Ansprechpartner oft als "Spam" behandelt, oft mangelnde Sorgfalt bei E-Mails.
Tipp: Deutlich klar machen, worum es in der E-Mail geht und gut ausarbeiten.
Nicht bei allen Unternehmen ist eine komplett ausgearbeitete schriftliche Bewerbung nötig, Kontakt kann man auch persönlich herstellen, entweder auf einer Firmenkontaktmesse oder direkt bei dem Unternehmen.
Wichtig ist auch hier eine sehr gute Vorbereitung auf das erste Gespräch, eine ausführliche Recherche ist demnach ein Muss. Ihre Kleidung sollten Sie passend zur Firma und den Mitarbeitern auswählen.
Machen Sie im Gespräch deutlich, was ihre Motivation für das Praktikum ist und wieso Sie sich für eben dieses Unternehmen entschieden haben. Versuchen Sie auch schon einige Bereiche zu nennen, die Sie im Praktikum kennen lernen möchten und fragen Sie, ob es bestimmte Anforderungen an Praktikanten gibt.
Den Zeitraum des Praktikums sollten zunächst Sie vorschlagen, ihr Gesprächspartner wird Ihnen sagen, ob das Praktikum dann möglich ist oder ihnen einen anderen Zeitraum anbieten. Am Ende bedanken Sie sich für das Gespräch und lassen sich die Kontaktdaten geben. Im Idealfall werden sie gebeten, ihre schriftlichen Unterlagen einzureichen oder bekommen das Praktikum gleich.
Vorteil: Man bekommt einen ersten Eindruck vom Unternehmen und kann schon einmal spezielle Informationen einholen, sowie nach einem Ansprechpartner für die schriftliche Bewerbung fragen.
Nachteil: Hoher Zeitaufwand und teilweise auch hohe Kosten.
Tipp: Man muss nicht zu jedem Unternehmen einen persönlichen Kontakt aufbauen, setzen Sie Prioritäten und weichen ggf. auf das Telefon aus.
Die telefonische Kontaktaufnahme eine echte Alternative zur persönlichen Bewerbung, wenn diese nicht möglich oder nicht erwünscht ist. Doch Vorsicht: Auch hier sollten Sie sich an bestimmte Regeln halten.
Die richtige Vorbereitung ist auch hier sehr wichtig, einen Bewerber am Telefon kann man nämlich unheimlich schnell abwimmeln. Wichtig für Sie ist eine ruhige Umgebung, damit das Telefonat nicht gestört wird. Sie sollten sich auch Papier und Stift, evtl. auch Ihren Terminkalender zurechtlegen, damit Sie wichtige Informationen gleich notieren können. Vor dem Gespräch sollten Sie so viele Informationen über das Unternehmen recherchieren wie möglich, sich schon einmal ein paar Sätze für den Gesprächseinstieg und wichtige Fragen überlegen und kurz notieren. Machen Sie im Gespräch deutlich, was Sie wollen. Stellen Sie klar, dass Sie sich schon mit dem Bereich, indem Sie das Praktikum absolvieren wollen, auseinander gesetzt haben und fragen Sie, ob es spezielle Anforderungen an Bewerber gibt. Und auch hier daran denken: Bei der Begrüßung, dem Gespräch und der Verabschiedung müssen Sie stets höflich bleiben und den Gesprächspartner nicht unterbrechen.
Vorteil: Erster Eindruck kann Zweifel ausräumen und motivieren, man kann einen konkreten Ansprechpartner für die schriftliche Bewerbung herausfinden oder gleich einen Termin für ein Vorstellungsgespräch bekommen.
Nachteil: Bei mangelnder Vorbereitung reagieren Verantwortliche meist genervt, kostet Überwindung.
Tipp: Telefonate gut vorbereiten und klar stellen, was man will.
Die erste Hürde haben Sie nun geschafft, man hat Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Nun müssen Sie noch einmal Überzeugungsarbeit leisten und sich von Ihrer besten Seite präsentieren.
In einigen Fällen werden Praktikanten auch ohne Vorstellungsgespräch eingestellt. Doch wenn Sie eine Einladung bekommen, sollten Sie sich auf jeden Fall gut vorbereiten. Es gibt bestimmte Bereiche, aus denen immer wieder Fragen gestellt werden. An dieser Stelle kann darauf nicht näher eingegangen werden, doch ausführlichere Informationen gibt es auf:
www.vorstellungsgespraech.info und
www.vorstellungsgespraech-fragen.de.
Ihre Antworten sollten auf jeden Fall nicht zu einseitig oder kurz sein. Überlegen Sie sich schon vorher, was Sie zu bestimmten Bereichen sagen wollen.
Wichtig ist vor allem, Informationen über das Unternehmen einzuholen: Was bieten Sie an? Wofür sind Sie bekannt? Sehen Sie sich die Homepage an, lassen Sie sich Prospekte zuschicken. Es muss deutlich werden, dass Sie sich gründlich informiert haben.
Natürlich sollten auch Sie Fragen stellen, das wird von Ihnen erwartet. Wer keine Fragen hat bekundet damit Desinteresse. Wer aktiv Fragen stellt, zeigt damit, dass er auch im Praktikum aktiv sein wird. Fragen Sie nach Aufgaben, Arbeitsabläufen, Ansprechpartnern, Anforderungen, am Schluss auch nach Übernahmechancen, Vergütung und Arbeitszeiten.
Und wie immer gilt: Höflich bleiben und ausreden lassen.